{"id":599,"date":"2023-09-10T10:40:32","date_gmt":"2023-09-10T08:40:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dkpm.de\/?p=599"},"modified":"2025-02-21T09:42:21","modified_gmt":"2025-02-21T08:42:21","slug":"langzeitbeschwerden-nach-corona-infektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dkpm.de\/en\/2023\/09\/10\/langzeitbeschwerden-nach-corona-infektion\/","title":{"rendered":"Langzeitbeschwerden nach Corona-Infektion"},"content":{"rendered":"\n<p>Psychosoziale Faktoren erh\u00f6hen Risiko f\u00fcr Long-COVID um 50 Prozent<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Berlin \u2013 Etwa 20 Prozent aller Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, leiden noch sechs Monate nach der Erkrankung unter anhaltenden k\u00f6rperlichen Beschwerden.1 Eine eindeutige organische Ursache f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen, das als Long- oder Post-COVID bezeichnet wird, konnte bisher nicht gefunden werden. Erwiesen ist jedoch, dass biopsychosoziale Faktoren wie depressive Symptome, Angst, negative Stressbelastung und Einsamkeit das Risiko f\u00fcr Long-COVID um bis zu 50 Prozent erh\u00f6hen. Was daraus folgt, erl\u00e4utert eine Expertin morgen auf der Vorab-Online-Pressekonferenz zum Deutschen Kongresses f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Teilnahmelink: https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577<br><br>Long-COVID ist gem\u00e4\u00df S1-Leitlinie definiert als das Anhalten von Symptomen nach einer COVID-19 Infektion \u00fcber die Dauer von 4 Wochen. Nach einem Zeitraum von 12 Wochen spricht man von Post-COVID Syndrom. Welche Ursachen den Beschwerden zugrunde liegen, wird in der Fachwelt lebhaft diskutiert beforscht \u2013 handelt es sich um biologische Ursachen oder eher psychosomatisch Trigger? \u201eEinige methodisch starke wissenschaftliche Arbeiten haben jetzt herausgearbeitet, dass psychosoziale und psychologische Faktoren eine erhebliche Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Long-COVID Syndroms spielen\u201c, berichtet Dr. med. Christine Allwang, Leitende Ober\u00e4rztin an der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU M\u00fcnchen.<br><br>So zeigt eine Studie2, dass Menschen, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus unter depressiven Symptomen, \u00c4ngstlichkeit, der Sorge vor einer Infektion, Stresserleben oder Einsamkeit litten, ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr das Auftreten einer Long-COVID-Symptomatik hatten. \u201eBei Vorhandensein von zwei der genannten Distress-Faktoren war das Risiko um bis zu 50 Prozent erh\u00f6ht\u201c, berichtet Allwang. Grundlage f\u00fcr diese Studie bildeten die Daten von fast 55 000 Teilnehmenden dreier gro\u00dfer Register-Studien, die im April 2020 noch keine COVID-Infektion erlitten hatten und zu psychosozialen Faktoren befragt worden waren. Sechs Prozent meldeten in den 47 darauffolgenden Wochen eine COVID-Infektion und wurden weiter evaluiert.<br><br>\u201eDas sind Ergebnisse, die auf umfassenden Zahlen beruhen und die man nicht wegdiskutieren kann\u201c, betont Allwang. Dass psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle spielen, kann die M\u00fcnchener Post-COVID-Spezialistin aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen. \u201eSehr viele Menschen, die unter Long-COVID leiden, erlebten vor der Infektion starken psychosozialen Alltagsstress, etwa als Alleinerziehende, im Beruf, durch die Pflege von Angeh\u00f6rigen oder durch eine Trennung\u201c, so Allwang, die das Forschungsprojekt \u201ePsyLoCo\u201c zur Entwicklung einer Therapie f\u00fcr Long-Covid koordiniert. \u201eDer K\u00f6rper rei\u00dft die Betroffenen quasi aus dem Leben und zwingt sie, sich selbst in einem Ausma\u00df zuzuwenden, das sie sich zuvor nicht erlaubt h\u00e4tten.\u201c&nbsp;<br><br>Bei anderen Risikogruppen f\u00fcr Long-COVID stellt die psychische Verfassung ebenfalls ein herausragendes Merkmal dar. \u201eEs kristallisiert sich heraus, dass ein erheblicher Anteil der Long-COVID-Betroffenen eine Vorbelastung wie Depression oder Angstst\u00f6rung aufweisen\u201c, stellt Allwang fest. Auch die Erwartung, nach einer Covid-Infektion mit anhaltenden K\u00f6rperbeschwerden zu tun zu haben, ist ein Risikofaktor f\u00fcr Post-Covid. Zu diesem Ergebnis kommt eine L\u00e4ngsschnittstudie, die 1792 Personen aus Gesundheitsberufen erfasste.3 \u201eEs zeigte sich, dass sich bei Teilnehmenden, die Sorge vor einer Infektion hatten, K\u00f6rperbeschwerden verst\u00e4rkten beziehungsweise diese st\u00e4rker wahrgenommen wurden\u201c, erl\u00e4utert Allwang. \u201eNegative Erwartung ist ebenfalls ein Risikofaktor f\u00fcr anhaltende Belastung.\u201c<br><br>Der Deutsche Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie findet vom 3. bis 5. Mai 2023 in der Urania Berlin e.V. statt. Weitere Informationen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/deutscher-psychosomatik-kongress.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/deutscher-psychosomatik-kongress.de\/<\/a><br><br><br>Quellen:&nbsp;<br>1. Lemogne C, Gouraud C, Pitron V, Ranque B. Why the hypothesis of psychological mechanisms in long COVID is worth considering, Journal of Psychosomatic Research, Volume 165, 2023<br>2. Wang S. et al. Associations of depression, anxiety, worry, perceived stress and Loneliness prior to infection with risk of Post-COVID-19 conditions. Jama Psychiatry, 79\/11, 2022, 1081\u20131091. https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/36069885\/<br>3. Engelmann P et al. Risk factors for worsening of somatic symptom burden in an prospective cohort during the COVID-19 pandemic. Frontiers in Psychology, 2022. https:\/\/www.frontiersin.org\/articles\/10.3389\/fpsyg.2022.1022203\/full<br><br>Bei Abdruck Beleg erbeten.&nbsp;<br><br>****************************************************************************<br><br>Terminhinweis:&nbsp;<br>Online-Pressekonferenz anl\u00e4sslich des&nbsp;<br>Deutschen Kongresses f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br>Termin: Mittwoch, 26. April 2023, 12.00 bis 13.00 Uhr<br>Teilnahmelink:&nbsp;<a href=\"https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577\">https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577<\/a><br><br>Themen und Referierende:&nbsp;<br><br>Highlights des Deutschen Kongresses f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br>sowie<br>Wie kindliche Traumata den biologischen Alterungsprozess beschleunigen \u2013&nbsp;<br>und was uns davor sch\u00fctzt<br>Professor Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred Beutel<br>Kongresspr\u00e4sident; Direktor der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universit\u00e4tsmedizin Mainz&nbsp;<br><br>Long Covid: Warum psychosoziale Aspekte wichtig sind<br>Dr. med. Christine Allwang<br>Leitende Ober\u00e4rztin an der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU M\u00fcnchen<br><br>Neue S\u00fcchte: Shooter, Chatten, Pornografie \u2013 was tun, wenn die elektronischen Medien zur Abh\u00e4ngigkeit werden?<br>Dr. sc. hum. Dipl.-Psych. Klaus W\u00f6lfling<br>Leiter der Ambulanz f\u00fcr Spielsucht, Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universit\u00e4tsmedizin Mainz<br><br>Autoritarismus und Verschw\u00f6rungstheorien \u2013 psychologische und soziologische Aspekte eines neuen Protesttypus<br>Professor Dr. med. Stephan Herpertz<br>Pr\u00e4sident des Deutschen Kollegiums f\u00fcr Psychosomatische Medizin (DKPM); Direktor der Klinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universit\u00e4tsklinikum, Ruhr-Universit\u00e4t Bochum<br><br>Moderation: Kerstin Ullrich, Pressestelle, Deutscher Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br><br>AKKREDITIERUNGSFORMULAR<br><br>O Ich m\u00f6chte den Kongress in Berlin besuchen. Bitte akkreditieren Sie mich.&nbsp;<br><br>O Ich werde die Online-Pressekonferenz zum Deutschen Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie besuchen. Anmeldung unter:&nbsp;<a href=\"https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577\">https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577<\/a><br><br>O Ich kann leider nicht teilnehmen. Bitte schicken Sie mir das Informationsmaterial f\u00fcr die Presse.<br><br>O Ich m\u00f6chte ein Interview mit ___________________________ f\u00fchren. Bitte vermitteln Sie mir einen Kontakt.<br><br>O Bitte informieren Sie mich kontinuierlich \u00fcber die Themen des Kongresses.<br><br>O Bitte schicken Sie mir keine Informationen mehr.<br><br><br>Meine Kontaktdaten:<br>NAME:<br>MEDIUM\/RESSORT:<br>ADRESSE:<br>TEL:<br>E-MAIL:<br><br><br>Kontakt f\u00fcr Journalisten:<br>Deutscher Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br>Pressestelle&nbsp;<br>Kerstin Ullrich, Corinna Deckert<br>Postfach 30 11 20<br>70451 Stuttgart<br>Tel.: 0711 8931-641<br><a href=\"mailto:ullrich@medizinkommunikation.org\">ullrich@medizinkommunikation.org<\/a><br><a href=\"mailto:deckert@medizinkommunikation.org\">deckert@medizinkommunikation.org<\/a><br><br><br>Wenn Sie keine Informationen zum Psychosomatik-Kongress mehr w\u00fcnschen, senden Sie bitte eine E-Mail an:&nbsp;<a href=\"mailto:deckert@medizinkommunikation.org\">deckert@medizinkommunikation.org<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/dkpm.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/20230425_PM_Psych-Kongress_Long_Covid_2023-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psychosoziale Faktoren erh\u00f6hen Risiko f\u00fcr Long-COVID um 50 Prozent Berlin \u2013 Etwa 20 Prozent aller Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben, leiden noch sechs Monate nach der Erkrankung unter anhaltenden k\u00f6rperlichen Beschwerden.1 Eine eindeutige organische Ursache f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen, das als Long- oder Post-COVID bezeichnet wird, konnte bisher nicht gefunden werden. 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