{"id":608,"date":"2023-05-05T10:50:40","date_gmt":"2023-05-05T08:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/dkpm.de\/?p=608"},"modified":"2025-02-21T09:42:33","modified_gmt":"2025-02-21T08:42:33","slug":"pressemitteilung-belastende-kindheitserfahrungen-lassen-uns-schneller-altern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dkpm.de\/en\/2023\/05\/05\/pressemitteilung-belastende-kindheitserfahrungen-lassen-uns-schneller-altern\/","title":{"rendered":"Belastende Kindheitserfahrungen lassen uns schneller altern"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Psychotherapie sch\u00fctzt vor den Folgen fr\u00fcher Traumata und beugt dem Abbau k\u00f6rperlicher Funktionen vor<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berlin, April\/Mai 2023 \u2013 Jeder f\u00fcnfte \u00e4ltere Mensch leidet unter seelischen Erkrankungen. W\u00e4hrend Psychotherapie von dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe lange Zeit wenig in Anspruch genommen wurde, findet jetzt ein Wandel statt, und es kommen mehr \u00c4ltere in Behandlung. Damit erhalten sie nicht nur ihre psychische, sondern auch ihre k\u00f6rperliche Gesundheit \u2013 denn traumatische Erlebnisse beschleunigen die Alterung und kosten gesunde Lebensjahre. Der Zusammenhang von Altern, Psyche und K\u00f6rper ist Schwerpunktthema des Deutschen Kongresses f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der unter dem Motto \u201eAltern im Wandel \u2013 Perspektiven und Handlungsfelder\u201c stattfindet. Auf einer Vorab-Online-Pressekonferenz am 26. April informieren Expertinnen und Experten \u00fcber neue Erkenntnisse dazu. Teilnahmelink:&nbsp;<a href=\"https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577<\/a><br><br>Zwischen 20 und 30 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung berichten in gro\u00dfen Studien \u00fcber Missbrauch, Misshandlung, Vernachl\u00e4ssigung oder dysfunktionale Familienumgebungen mit Gewalt oder Substanzmissbrauch. \u201eSolche Kindheitsbelastungen haben nicht nur ung\u00fcnstige Auswirkungen auf emotionale Bindungsf\u00e4higkeit und soziale Kompetenzen. Sie hinterlassen auch negative biologisch messbare Spuren im K\u00f6rper\u201c, sagt Kongresspr\u00e4sident Professor Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred Beutel. \u201eDazu z\u00e4hlt etwa die chronische Aktivierung des Stresssystems und die Beeintr\u00e4chtigung der Gehirnentwicklung\u201c, so der Direktor der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universit\u00e4tsmedizin Mainz.&nbsp;<br><br>Die sch\u00e4dlichen Folgen reichen bis auf die molekularbiologische Ebene, wie die Forschung nachweisen konnte. So finden sich bei Personen, die fr\u00fch psychische Traumata erlebt haben, verk\u00fcrzte Telomere \u2013 das sind die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen. K\u00fcrzere Telomere werden mit einer geringeren Lebenserwartung in Verbindung gebracht. \u201eTraumatische Erlebnisse lassen unseren K\u00f6rper schneller altern\u201c, stellt Beutel fest. \u201eSie k\u00f6nnen die Immunabwehr beeintr\u00e4chtigen, Herzkreislauferkrankungen f\u00f6rdern und die Muskelkraft schneller schwinden lassen, insbesondere, wenn die Traumata zu psychischen Erkrankungen f\u00fchren.\u201c Am Ende, so der Kongresspr\u00e4sident, steht der Verlust gesunder Lebensjahre.&nbsp;<br><br>Doch es gibt Schutzfaktoren, die wir nutzen k\u00f6nnen. \u201eEine sichere Bindung, positive Erwartungen von Hilfe und Unterst\u00fctzung in schwierigen Lebenssituationen entwickeln sich in der Beziehung zu Vertrauenspersonen und k\u00f6nnen diesen negativen Einfl\u00fcssen von ung\u00fcnstigen Lebenserfahrungen entgegenwirken\u201c, erkl\u00e4rt Beutel. Die Existenz einer solchen Vertrauensperson ist allerdings nicht immer gegeben. \u201eDas k\u00f6nnen wir nur bedingt beeinflussen\u201c, so Beutel. Dar\u00fcber hinaus kann Psychotherapie bei der Aufarbeitung der Traumata helfen, soziale Einbindung und Resilienz f\u00f6rdern. \u201eSie kann auch einen ges\u00fcnderen Umgang mit dem eigenen K\u00f6rper f\u00f6rdern und dadurch negativen k\u00f6rperlichen Folgen entgegenwirken\u201c, so Beutel. Diese Option stehe allen Betroffenen offen.<br><br>Zunehmend ergreifen auch \u00c4ltere die Chance. \u201eSelbst wenn \u00e4ltere Menschen unter erheblichen psychosozialen Belastungen zu leiden hatten oder ihres Lebens \u00fcberdr\u00fcssig wurden, haben sie Psychotherapie bis vor einigen Jahren wenig in Anspruch genommen\u201c, berichtet Beutel. Das habe mit mangelnder Offenheit der Betroffenen zu tun gehabt, die nicht gewohnt waren, \u00fcber ihre Gef\u00fchle mit fremden Personen zu sprechen. \u201eAber auch Altersstereotypen der Therapeut*innen trugen dazu bei, die das \u00c4nderungspotenzial \u00e4lterer Menschen durch Psychotherapie untersch\u00e4tzten\u201c, betont der Mainzer Experte. \u201eHier gibt es einen Wandel, und es kommen mehr \u00e4ltere Menschen in Behandlung.\u201c<br><br>Der Bedarf ist da. \u201eVerluste von Nahestehenden, eigene Krankheit oder die unerwartete Konfrontation mit unverarbeiteten Belastungen k\u00f6nnen im Alter seelische Erkrankungen hervorrufen, vor allem, wenn die Widerstandskraft oder Selbst\u00e4ndigkeit nachl\u00e4sst\u201c, wei\u00df der Kongresspr\u00e4sident. Durch Einbu\u00dfen der Gesundheit oder F\u00e4higkeiten k\u00f6nnen \u00c4ngste oder Depressionen wieder auftreten oder sich verschlimmern. \u201eIn diesem Sinne ist Psychotherapie bei \u00c4lteren nicht nur zur Behandlung seelischer St\u00f6rungen angezeigt, sondern dient auch der Erhaltung von Aktivit\u00e4t und Gesundheitsverhalten und damit der Vorbeugung des Abbaus geistiger und sozialer Funktionen\u201c, betont Beutel. \u201eDie Chancen, dass die Generation Babyboomer noch fitter und zufriedener altert als fr\u00fchere Generationen, stehen damit gut.&#8221;&nbsp;<br><br>Der Deutsche Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie findet vom 3. bis 5. Mai 2023 in der Urania Berlin e.V. statt. Weitere Informationen: https:\/\/deutscher-psychosomatik-kongress.de\/<br><br>Bei Abdruck Beleg erbeten.&nbsp;<br><br>Terminhinweis:&nbsp;<br>Online-Pressekonferenz anl\u00e4sslich des&nbsp;<br>Deutschen Kongresses f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br>Termin: Mittwoch, 26. April 2023, 12.00 bis 13.00 Uhr<br>Teilnahmelink:&nbsp;<a href=\"https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/attendee.gotowebinar.com\/register\/8076176119369535577<\/a><br><br>Kontakt f\u00fcr Journalist*innen:<br>Deutscher Kongress f\u00fcr Psychosomatische Medizin und Psychotherapie<br>Pressestelle&nbsp;<br>Kerstin Ullrich&nbsp;<br>Postfach 30 11 20<br>70451 Stuttgart<br>Tel.: 0711 8931-641<br><a href=\"mailto:ullrich@medizinkommunikation.org\">ullrich@medizinkommunikation.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psychotherapie sch\u00fctzt vor den Folgen fr\u00fcher Traumata und beugt dem Abbau k\u00f6rperlicher Funktionen vor Berlin, April\/Mai 2023 \u2013 Jeder f\u00fcnfte \u00e4ltere Mensch leidet unter seelischen Erkrankungen. 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