Vortrag in einer kleinen Gruppe

Psychokardiologie (DKPM)

Inhalte und Ziele der Arbeitsgruppe

Die AG Psychokardiologie vernetzt klinisch und wissenschaftlich Tätige an der Schnittstelle von Kardiologie, Herzchirurgie, Psychosomatik, medizinischer Psychologie und Versorgungsforschung. Sie versteht sich als Forum für Austausch, Diskussion und Initiierung gemeinsamer Forschungsprojekte im Bereich psychosozialer Aspekte kardiovaskulärer Erkrankungen.

Psychische Komorbiditäten wie Depression, Angststörungen, Disstress oder posttraumatische Belastungssymptome bzw. -störungen (PTSD) treten bei Menschen mit Herzerkrankungen besonders häufig auf. Sie sind mit erhöhter Morbidität und Mortalität, eingeschränkter Lebensqualität sowie ungünstigen Therapie- und Rehabilitationsverläufen verbunden.

Ziel der AG ist es daher,

  • die Wechselwirkungen zwischen psychosozialen Faktoren und Herzerkrankungen systematisch zu erforschen,
  • innovative diagnostische, präventive und therapeutische Ansätze zu entwickeln,
  • evidenzbasierte Konzepte in die klinische Praxis zu übertragen,
  • und psychosoziale Aspekte nachhaltig in der kardiovaskulären Medizin zu verankern.

Die Arbeitsgruppe ist offen für neue Mitglieder und veranstaltet regelmäßig wissenschaftliche Arbeitssitzungen sowie Symposien, teils in Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen des DKPM und der DGK.

DKPM/DGPM-Jahrestagung 2026 – Veranstaltungen der AG Psychokardiologie

AG-Sitzung Psychokardiologie

🗓 04.03.2026 | 12:15–13:45 Uhr
📍 Hörsaal 108, FB Wirtschaftswissenschaft
🔗 Programm

Zu Beginn geben PD Dr. Cora Weber und PD Dr. Monika Sadlonova einen Überblick über die wichtigsten psychokardiologischen Publikationen des Jahres 2025.

Schwerpunktvortrag

Prof. Dr. Stefan Salzmann – „Expectations matter“: Optimierung der Erwartungshaltung vor kardialen Eingriffen

Der Vortrag beleuchtet die Rolle von Patient*innenerwartungen als zentralen Mechanismus im biopsychosozialen Krankheitsmodell. Aktuelle Daten zeigen, dass Erwartungen postoperative Verläufe maßgeblich beeinflussen. Diskutiert werden:

  • psychologische und digitale Interventionen zur Erwartungsmodulation
  • psychobiologische Moderatoren der Wirksamkeit
  • moderne methodische Ansätze (z. B. Netzwerkanalysen)
  • Implikationen für patient*innenzentrierte Kommunikation und Versorgung

Abschließend werden zukünftige Forschungsperspektiven der AG diskutiert.

Wissenschaftliches Symposium

Psychokardiologie – Evidenz-to-go

🗓 05.03.2026 | 10:30–12:00 Uhr
📍 Gruppenraum K2, Henry-Ford-Bau
🔗 Programm

Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. Monika Sadlonova und PD Dr. Cora Weber bietet das Symposium einen kompakten Überblick über aktuelle Evidenz aus Klinik und Forschung.

Beiträge u. a.:

  • Blended Collaborative Care bei Herzpatient*innen (Herrmann-Lingen)
  • Neuropeptide und Psychotherapie (Waller)
  • „Gutes Leben“ bei Herzerkrankungen – qualitative Perspektiven (Broschmann)
  • Sexualität in der Herzmedizin (Ladwig)
  • Psychosoziale Aspekte bei Herzinsuffizienz (Kindermann)

Gemeinsames Satellitensymposium DGK & DKPM

🗓 06.03.2026 | 08:45–10:15 Uhr
📍 Hörsaal B, Henry-Ford-Bau
🔗 Programm

Erstmals veranstaltet die AG Psychokardiologie gemeinsam mit der AG 30 Psychosoziale Kardiologie der DGK ein interdisziplinäres Symposium.

Themen sind u. a.:

  • psychosoziale Risikofaktoren
  • Patient Reported Outcome Measures (PROMs)
  • Delir bei kardialen Eingriffen
  • Psychopharmakotherapie bei Herzpatient*innen
  • psychosomatische Aspekte in der palliativen Herzmedizin

Ziel ist die Stärkung der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit.

Leitung:

PD Dr. med. Monika Sadlonova
Universitätsmedizin Göttingen
Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel +49-551/39-67231
Fax +49-551/39-68777 
monika.sadlonova@med.uni-goettingen.de

Privatdozentin Dr. Cora Stefanie Weber
1Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Klinik Hennigsdorf
Oberhavel Kliniken GmbH
Marwitzer Str. 91
16761 Hennigsdorf
Tel +49-3302-545-4332
cora.weber@oberhavel-kliniken.de

2Med. Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik
Charité Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
cora.weber@charite.de


Bisherige Arbeitsschwerpunkte

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind federführend oder beteiligt an nationalen und internationalen Studien zur psychokardiologischen Versorgung, Prävention und Implementierung. Ziel dieser Projekte ist es, psychosoziale Faktoren systematisch in Diagnostik, Therapie und Versorgungsstrukturen der Herzmedizin zu integrieren.

Psychokardiologische Interventions- und Versorgungsstudien

SPIRR-CAD (DFG-gefördert)
Die SPIRR-CAD-Studie untersuchte erstmals in einem großen randomisierten Setting, ob eine strukturierte, schrittweise psychotherapeutische Intervention das Risiko- und Belastungsprofil von Patient:innen mit koronarer Herzkrankheit verbessern kann. Im Fokus standen depressive Symptome, Krankheitsverarbeitung und Lebensqualität sowie deren Bedeutung für den weiteren kardiologischen Verlauf. Die Studie leistete einen wichtigen Beitrag zur Etablierung psychokardiologischer Interventionen als integraler Bestandteil der Sekundärprävention.

TEACH (BMBF-gefördert)
In der multizentrischen TEACH-Studie wurde die Wirksamkeit einer team-basierten, kollaborativen Versorgung für psychisch belastete Patient:innen mit chronischer KHK untersucht. Das Konzept verbindet psychosomatische Betreuung, strukturierte telefonbasierte Unterstützung und enge Abstimmung mit der kardiologischen Versorgung. Ziel war es, sowohl psychische Belastung als auch kardiovaskuläre Risikofaktoren zu verbessern. TEACH bildet die wissenschaftliche Grundlage für aktuelle Implementierungsprojekte in der Regelversorgung.

ESCAPE (EU Horizon 2020)
ESCAPE ist ein europaweites Projekt zur Entwicklung und Evaluation eines patientenzentrierten, biopsychosozialen, digital unterstützten Versorgungspfads für multimorbide ältere Patient:innen. Psychosoziale Faktoren, Selbstmanagement und interprofessionelle Zusammenarbeit stehen im Zentrum. Das Projekt stärkt die internationale Vernetzung psychokardiologischer Versorgungsforschung.

PRECOVERY (G-BA Innovationsfonds)
PRECOVERY untersucht die Wirksamkeit einer zweiwöchigen, multimodalen Prähabilitation vor herzchirurgischen Eingriffen bei älteren Patient:innen. Neben körperlichem Training werden psychosoziale Unterstützung, Edukation und funktionelle Förderung kombiniert. Ziel ist es, postoperative Komplikationen, funktionelle Einbußen und Belastung zu reduzieren sowie die Erholung zu verbessern.


Perioperative und neurokognitive Forschung

FINDERI (Deutsche Herzstiftung)
Die prospektive Beobachtungsstudie analysiert Risikofaktoren für postoperatives Delir und postoperative kognitive Dysfunktion bei Patient:innen nach herzchirurgischen Eingriffen. Psychosoziale Faktoren, Stress, Vorerkrankungen, perioperative Faktoren und Versorgungsbedingungen werden als mögliche Einflussgrößen untersucht, um Hochrisikogruppen frühzeitig zu identifizieren.

PREVENT-POD / AKTIVER Heart Delirprävention
Diese Studie prüft Akzeptanz, Machbarkeit und erste Wirksamkeit multimodaler, nicht-medikamentöser Maßnahmen namens AKTIVER Heart zur Prävention postoperativer Delirien nach herzchirurgischen Eingriffen. Der Fokus liegt auf alltagsnahen Interventionen wie Orientierungshilfen, Aktivierung und psychosozialer Unterstützung.


Psychosoziale Lebensqualitäts- und Grundlagenforschung

DFG-Forschungsgruppe FOR 5022 „Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens“
In diesem interdisziplinären Forschungsverbund werden Konzepte des „guten Lebens“, Zeiterleben und Generativität bei Menschen mit Herzerkrankungen untersucht. Psychokardiologische Patient:innen unterschiedlicher Altersgruppen – z. B. Erwachsene mit angeborenem Herzfehler oder ältere Menschen mit erworbener Herzerkrankung – stehen im Fokus. Die Forschung verbindet medizinische, psychologische und philosophische Perspektiven.


ARENA-Projekt (Vorhofflimmern Rhein-Neckar)
Im Rahmen des ARENA-Projekts der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung wird die Rolle psychosozialer Prädiktoren bei Patient:innen mit Vorhofflimmern untersucht. Neben kardiologischen Parametern werden u. a. Angst, Stress, Schlafstörungen und subjektive Krankheitswahrnehmung erfasst. Erste Ergebnisse zeigen, dass psychosoziale Belastungen eng mit Lebensqualität und Symptomschwere assoziiert sind und somit relevante Einflussfaktoren für Krankheitsverlauf und Versorgungserfolg darstellen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer integrierten, psychokardiologischen Perspektive auch bei Herzrhythmusstörungen.


Einbindung in nationale Forschungsstrukturen

Mitglieder der AG sind darüber hinaus im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) an der Entwicklung psychosozialer Präventions- und Interventionsansätze beteiligt und wirken als Methodenpartner in weiteren Projekten zu psychosozialen Fragestellungen der Herzmedizin mit.

Fort- und Weiterbildung

Online-Fortbildungsreihe „Psychokardiologie im Fokus“ (DGPM-Fortbildungsakademie)

Die DGPM-Fortbildungsakademie bietet 2026 eine vierteilige Online-Reihe zu aktuellen Themen der Psychokardiologie an. Die Reihe vermittelt evidenzbasierte Inhalte an der Schnittstelle von Kardiologie, Psychosomatik und Psychotherapie und richtet sich an Ärzt:innen, Psycholog:innen sowie weitere Fachpersonen in der Versorgung herzkranker Patient:innen.

Wissenschaftliche Leitung:
PD Dr. Monika Sadlonova (Göttingen)
PD Dr. Cora Weber (Berlin/Hennigsdorf)

Format: Online | jeweils 16:30–18:00 Uhr

Termine & Themen:

  • 16. April 2026 – Prof. Dr. Christian Albus (Köln)
    Psychosoziale Risikofaktoren bei kardialen Erkrankungen – Überblick über Evidenz, Behandlungsansätze und pharmakologische Aspekte
  • 11. Juni 2026 – Prof. Dr. Ingrid Kindermann (Homburg)
    Psychokardiologische Aspekte bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz
  • 10. September 2026 – PD Dr. Mary Princip (Zürich)
    Posttraumatische Belastungsstörung bei kardialen Patient:innen – Prävalenz, Risikofaktoren und Therapie
  • 10. Dezember 2026 – Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen (Göttingen)
    Teambasierte Behandlungsansätze bei psychisch belasteten Patient:innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

➡️ Anmeldung erfolgt über die DGPM-Fortbildungsakademie (Flyer).

Präsenzsymposium „Update Psychokardiologie 2026“ – Berlin

Das Symposium „Update Psychokardiologie 2026“ bietet einen aktuellen, praxisnahen Überblick über zentrale Themen der Psychokardiologie aus Klinik und Forschung. Die Veranstaltung richtet sich an Ärzt:innen, Psycholog:innen sowie Therapeut:innen in Kardiologie, Herzchirurgie, Psychokardiologie und psychosomatischem/psychiatrischem Konsiliar- und Liaisondienst.

Datum: Freitag, 27. November 2026
Zeit: 13:30–18:30 Uhr
Ort: DGPM-Geschäftsstelle Berlin, Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin

Wissenschaftliche Leitung:
PD Dr. Monika Sadlonova (Göttingen)
PD Dr. Cora Weber (Berlin/Hennigsdorf)

Die Präsenzveranstaltung schafft Raum für Diskussion, kollegialen Austausch und praxisbezogene Fragestellungen aus dem klinischen Alltag.

Programm

13:30–14:15
Prof. Dr. Matthias Michal (Mainz)
(Non-)Adhärenz aus psychodynamischer Sicht – Impulse für psychosomatische Grundversorgung und Psychotherapie

14:15–15:00
Prof. Dr. Katharina Schmitt (Berlin)
Erwachsene mit angeborenem Herzfehler im Fokus – Medizinischer Fortschritt und psychosoziale Belastungen

15:00–15:45
Dr. Katharina Tigges-Limmer (Bad Oeynhausen)
Psychosoziale Aspekte und Screening bei LVAD- und HTx-Patient:innen

15:45–16:15
Kaffeepause & Networking

16:15–17:00
Dr. Paul C. Klapproth (Berlin)
Patient Reported Outcome Measures (PROMs) in der Herzmedizin

17:00–17:45
PD Dr. Cora S. Weber (Berlin/Hennigsdorf)
Gender-Aspekte in der Psychokardiologie

17:45–18:30
PD Dr. Monika Sadlonova (Göttingen)
Psychosomatische Aspekte in der intensivmedizinischen Behandlung kardialer Patient:innen

➡️ Anmeldung erfolgt über die DGPM-Fortbildungsakademie (Flyer).


Save the Date – 5. Psychosomatik-Symposium Hennigsdorf „HerzSchmerz“

Das 5. Psychosomatik-Symposium Hennigsdorf widmet sich unter dem Titel „HerzSchmerz“ zentralen Themen der Psychokardiologie und der psychosomatischen Versorgung herzkranker Patient:innen. Die Veranstaltung bietet aktuelle wissenschaftliche Impulse, klinische Perspektiven und Raum für interdisziplinären Austausch.

Datum: Mittwoch, 18. Februar 2026
Uhrzeit: 15:00–19:00 Uhr
Ort: Klinik Hennigsdorf

Es erwartet Sie ein vielseitiges Programm mit hochkarätigen Referent:innen, die ihre Expertise und praxisrelevante Einblicke in die komplexen Wechselwirkungen zwischen psychischen Belastungen und Herzerkrankungen vorstellen. Neben fachlichen Vorträgen steht insbesondere die gemeinsame Diskussion im Fokus.

📩 Anmeldung: psychosomatik@oberhavel-kliniken.de
📎 Programm und weitere Details: siehe Flyer


Symposium: Positive psychologische Aspekte und Interventionen bei Herzpatient:innen: Von Konzepten zur klinischen Versorgung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität. Zunehmend rücken dabei neben klassischen medizinischen Faktoren auch positive psychologische Ressourcen wie Optimismus, Resilienz, Sinnempfinden und Wohlbefinden in den Fokus, da sie eng mit Krankheitsverlauf, Gesundheitsverhalten und Lebensqualität verknüpft sind. Das Symposium beleuchtet, wie Konzepte der Positiven Psychologie evidenzbasiert in die kardiologische Versorgung integriert werden können.

Die Veranstaltung bringt nationale und internationale Expert:innen zusammen und spannt den Bogen von theoretischen Grundlagen bis hin zu konkreten Interventionen in unterschiedlichen Patient:innengruppen – darunter Herzinsuffizienz, angeborene Herzfehler im Erwachsenenalter und koronare Herzkrankheit. Innovative Versorgungsmodelle wie positive psychologische Interventionen sowie Blended Collaborative Care werden vorgestellt und hinsichtlich ihrer klinischen Anwendbarkeit diskutiert. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie psychologisches Wohlbefinden die körperliche und emotionale Erholung nach kardialen Erkrankungen unterstützen kann.

Datum: Donnerstag, 26. Februar 2026
Uhrzeit: 15:30–17:30 Uhr (CET)
Ort:
Hörsaal 552, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Teilnahme:
Präsenz sowie online via Zoom möglich (siehe Flyer)
Anmeldung (Präsenz und online) ist nicht erforderlich

Referent:innen:

  • Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig (München) – Positive psychologische Konstrukte und kardiovaskuläre Gesundheit
  • Prof. Dr. Christopher M. Celano (Boston, USA) – Positive psychologische Interventionen bei Herzinsuffizienz
  • Dr. Daniel Broschmann (Göttingen) – Vorstellungen eines „guten Lebens“ bei Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler
  • Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen & PD Dr. Monika Sadlonova (Göttingen) – Blended Collaborative Care bei KHK-Patient:innen mit psychischer Belastung

Kontakt:
Universitätsmedizin Göttingen
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
PD Dr. Monika Sadlonova
E-Mail: monika.sadlonova@med.uni-goettingen.de

Psychosomatische Grundversorgung mit kardiolog. Schwerpunkt – Block 1-5 Seit Juni 2009 bieten Mitglieder der AG Psychokardiologie des DKPM und der AG30 „Psychosoziale Kardiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Grundkurse zur Psychokardiologie mit insgesamt 80 Unterrichtsstunden über fünf Wochenenden an.  Die Kurse richten sich an Kardiolog:innen bzw. Ärzt:innen und Psycholog:innen, die sich für die psychosomatische Grundversorgung und hier speziell psychokardiologische Versorgung ihrer Patient:innen interessieren und weiterbilden wollen. Die Anerkennung der Kurse als Psychosomatische Grundversorgung kann bei der Ärztekammer des jeweiligen Bundeslandes der Teilnehmer beantragt werden. Derzeit werden Anstrengungen seitens der DGK unternommen, eine bundesweite Anerkennung zu erreichen. Weitere Informationen zu den Kursen sind über die Akademie für Fort- und Weiterbildung der DGK (www.dkg.org) erhältlich. 

Vernetzung und Informationsplattformen

Informationen zur Psychokardiologie finden sich auch auf der gemeinsam von Mitgliedern der AG sowie der AG „Psychosoziale Kardiologie“ in der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) betriebenen Website www.psychokardiologie.org

Publikationen und Lehrbücher:

Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig war an der Erstellung des „2025 ESC Clinical Consensus Statement on Mental Health and Cardiovascular Disease“ (Link) beteiligt, das unter der Schirmherrschaft des ESC Clinical Practice Guidelines Committee entwickelt wurde und die Bedeutung psychischer Gesundheit in der kardiovaskulären Medizin umfassend darstellt.

Die Hauptpublikation der multizentrischen TEACH-Studie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen und geteilter Erstautorenschaft von PD Dr. Monika Sadlonova und Dr. Birgit Herbeck Belnap gemeinsam mit mehreren deutschen Universitätsklinika in der Fachzeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlicht. Die randomisiert-kontrollierte Studie belegt die Wirksamkeit eines teambasierten, kollaborativen Versorgungsansatzes für psychisch belastete Patient:innen in der Sekundärprävention der chronischen koronaren Herzkrankheit (Link).

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren zudem maßgeblich an der Erstellung sowie an inzwischen drei Aktualisierungen des Positionspapiers der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie „Bedeutung von psychosozialen Faktoren in der Kardiologie – Update 2024“ (Link) beteiligt. Das Papier wird von DKPM, DGPM und weiteren Fachgesellschaften mitgetragen und wurde federführend von Prof. Dr. Ingrid Kindermann koordiniert.

Ein zentrales Standardwerk der Disziplin stellt das Lehrbuch
Herrmann-Lingen C, Albus C, Titscher G. Psychokardiologie – ein Praxisleitfaden für Ärzte und Psychologen. Springer-Verlag, 3. Auflage 2020 (ISBN 978-3-662-58898-7) dar, das von Prof. Herrmann-Lingen und Prof. Albus gemeinsam mit Dr. Titscher (Wien) herausgegeben wurde.

PD Dr. Monika Sadlonova war im Auftrag des DKPM-Präsidiums an der Erstellung der AWMF S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ (AWMF Leitlinienregister) beteiligt und bringt damit psychokardiologische Expertise auch in angrenzende Leitlinienprozesse ein.

Prof. Herrmann-Lingen und Prof. Albus wirkten im Auftrag des DKPM-Präsidiums an der Revision der Nationalen Versorgungsleitlinie Koronare Herzkrankheit sowie der Nationalen Versorgungsleitlinie Arterielle Hypertonie mit und waren zudem an der aktuellen S3-Leitlinie zur kardiologischen Rehabilitation beteiligt. Prof. Waller und Prof. Albus vertraten das DKPM bei der Aktualisierung der Nationalen Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz.

Darüber hinaus war Prof. Albus als Delegierter der International Society of Behavioral Medicine (ISBM) an der Revision der ESC-Leitlinie „Prevention of Cardiovascular Disease in Clinical Practice“ beteiligt, wodurch psychosoziale Aspekte auch auf europäischer Leitlinienebene verankert wurden.